Die Rosarote Brille...

... ist nicht die Lösung.

Nur weil man das Problem durch Sperren nicht mehr sehen will, ist es noch nicht aus der Welt. Diese Kleinkind-Mentalität bei Politik und BKA ist erschreckend, denn ist sie doch eine Kapitulation vor den Tätern. Ein Eingeständnis, dass man die Täter nicht ermitteln kann, um das Problem an dem Punkt zu bekämpfen, wo es einzig richtig wäre: Dort, wo solch grausiges Material entsteht und wo es aktiv vertrieben wird. Und das es hier bei der Kinderpornographie kein Einzelfall ist, zeigt z.B. die wieder aufflammende Debatte über das Verbot von Videospielen nach den Ereignissen in Winnenden. Statt auf breiter Front herauszufinden, was einige unserer Jugendlichen zu solchen Taten treibt, sucht man sich schnell 1-2 medientaugliche Motive raus und wirft sie mit Falschaussagen gemischt der Wähler-Meute zum Fraß vor.

Wenn man in der Politik noch was werden könnte mit guten Argumenten, Zielen und Perspektiven, dann könnte man sich dort engagieren. Doch diese Zeiten sind schon seit Jahren vorbei und so wird das Vieh weiter getrieben.

Wir brauchen einen Aufstand der Anständigen. Aber diesmal nicht gegen des Rechtsextremismus, wie ihn zu seiner Zeit Gerhard Schröder gefordert hat. Sondern für mehr Vernunft, Offenheit und klare Worte in der Politik und der Gesellschaft. Statt politische Phrasen und Lobbygeplänkel nach einer schrecklichen Tat wie Winnenden sollte die Politik auch mal so ehrlich zu den Menschen sein und sagen: Sowas lässt sich nicht verhindern. Oder wie es Johannes Rau nach dem Amoklauf in Erfurt ausgedrückt hat:
Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar nahe liegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht. Wir werden sie - letzten Endes - auch nie völlig erklären können.

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